von Marc Stache

Die analoge Fotografie erlebt seit einigen Jahren eine bemerkenswerte Renaissance. Viele Fotografinnen und Fotografen entdecken die besondere Faszination des Fotografierens mit Film neu – vielleicht gerade deshalb, weil sich unsere Art zu fotografieren durch die Digitalisierung grundlegend verändert hat.
Um die Jahrtausendwende setzte sich die digitale Fotografie immer stärker durch und machte das Fotografieren so einfach wie nie zuvor. Heute entstehen täglich unzählige Millionen Bilder mit Smartphones und Digitalkameras. Doch mehr Bilder bedeuten nicht automatisch bessere oder beeindruckendere Bilder. Im Gegenteil: Weil Speicherplatz praktisch keine Rolle mehr spielt, wird häufig einfach öfter auf den Auslöser gedrückt.

Die analoge Fotografie setzt hier einen bewussten Gegenpol. Ein Film hat nur eine begrenzte Anzahl an Aufnahmen. Dadurch wird jedes einzelne Bild zu einer Entscheidung: Der Bildausschnitt wird sorgfältiger gewählt, die Lichtstimmung geprüft und der richtige Moment abgewartet. Fotografieren wird wieder zu einem bewussten Prozess – vom ersten Blick durch den Sucher bis zur Entwicklung des fertigen Bildes.
Genau in diese faszinierende Welt entführt Marc Stache mit seinem Buch „Analoge Fotografie“. Es richtet sich an alle, die bereits Erfahrungen mit der analogen Fotografie gesammelt haben und nun tiefer in die kreativen Möglichkeiten der Dunkelkammer eintauchen möchten.
Marc Stache zeigt, wie sich die analoge Entwicklung weit über das klassische Entwickeln von Schwarz-Weiß-Negativen hinaus nutzen lässt. Schritt für Schritt vermittelt er kreative Techniken, mit denen sich außergewöhnliche Schwarz-Weiß- und Farbfotos gestalten lassen. Dazu gehören beispielsweise Rotationsentwicklung, Lumen-Printing oder Chlorophyll-Druck.

Besonders spannend ist der praxisnahe Einblick in die moderne Dunkelkammerarbeit im Heimlabor. Neben zahlreichen technischen Tipps zu Materialien, Equipment und chemischen Verfahren widmet sich das Buch auch der Entwicklung von Farbfilmen und Farbpapieren. So wird deutlich, wie vielfältig die analoge Fotografie sein kann und wie aus einem gewöhnlichen Foto durch kreative Techniken ein ganz individuelles Kunstwerk entsteht.
„Analoge Fotografie“ ist damit weit mehr als ein technisches Handbuch. Es ist eine Einladung, Fotografie wieder bewusster zu erleben, sich Zeit für ein Bild zu nehmen und die kreativen Möglichkeiten des analogen Prozesses neu zu entdecken. Für alle, die nicht einfach möglichst viele Bilder machen, sondern besondere Bilder schaffen möchten, ist das Buch eine inspirierende Bereicherung. Es ist als haptisches Buch sowie als E-Book beim mitp-Verlag für 9,99 Euro erhältlich.

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